5 Erkenntnisse über Grenzen - Nicola Krug
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5 Erkenntnisse über Grenzen

Wenn ich an mein Leben vor ca. 10 Jahren zurückdenke, dann erscheint das Bild einer abgekämpften, freudlosen und erschöpften Frau vor meinem inneren Auge.

Ich war damals dauermüde, fühlte mich ausgelaugt und schleppte mich mechanisch durch meinen Alltag. Meine Stimmung schwankte zwischen gereizt und genervt, die kleinste zusätzliche Belastung konnten das berühmte Fass zum Überlaufen bringen.

Damals jonglierte ich angestrengt mit meiner Zeit, um alle meine Rollen perfekt zu erfüllen. Ich funktionierte bestmöglich als Mutter, Partnerin, Tochter, Schwester, Freundin und Vorgesetzte. Wenn jemand Unterstützung brauchte, war ich bereitwillig zur Stelle. Ich fühlte ich mich für das emotionale Befinden meiner Mitmenschen verantwortlich, stellte mich bereitwillig zur Verfügung und gleichzeitig meine Bedürfnisse zurück.

Respekt oder Wertschätzung bekam ich durch mein Verhalten nicht, ganz im Gegenteil. Meine Bedürfnisse wurden nicht wahrgenommen oder ich gleich übersehen. Sowohl im beruflichen Kontext als auch im privaten Umfeld.

Neue KollegInnen bekamen bei gleicher Qualifikation wie selbstverständlich ein wesentlich höheres Gehalt als ich, obwohl sie weder über eine adäquate Qualifikation oder berufliche Erfahrung verfügten noch dieselbe Leistungsbereitschaft zeigten.

In der Familie wie im Freundeskreis galt ich als Kummerkasten für sämtliche Beziehungs-, Erziehungs- und Schulthemen oder sonstige Sorgen, in den wie selbstverständlich alle diesbezüglichen Anliegen eingeworfen wurden. Umgekehrt gab es für meine Befindlichkeiten wenig Interesse und kaum Zeit. Wenn für andere tolle Geburtstagsüberraschungen geplant wurden, wurde meiner übersehen.

Meine Arbeit, die mir immer so große Freude machte und in der ich meinen Lebenssinn sah, wurde zur Belastung. Die Familie, die für mich eine wichtige Kraftquelle in meinem Leben war, saugte plötzlich nur noch Energie.

Ich fühlte mich wie ein Ping-Pong Ball, der unterbrochen hin und her gespielt wurde, ohne jemals auf den Boden zu fallen, um das Spiel zu unterbrechen. Es schien nie genug zu sein, nie enden zu wollen.

Zur Dauererschöpfung kamen schließlich körperliche Symptome dazu, wurden zu meinen täglichen Begleitern und machten mein Leben noch mühevoller und kräftezehrender.

„Du musst lernen Grenzen zu setzen,“ war ein liebevoller Rat, der bei mir eine Veränderung einleitete.

Ich begann, meine Gründe für mein ewiges Ja-Sagen zu erforschen, deckte hinderliche Glaubenssätze auf, beschäftigte mich intensiv mit meinen Bedürfnissen und Gefühlen. Eine spannende Reise mit vielen Erkenntnissen startete. Auch wenn ich noch lange nicht am Ziel angekommen bin und sicher noch viele Erfahrungen in dieser Thematik sammeln werde, möchte ich schon heute einige essenzielle Erkenntnisse hier mit dir teilen.

„Gefühl von Grenze darf nicht heißen: hier bist du zu Ende, sondern: hier hast du noch zu wachsen.“

Emil Gött

# 1 Grenzen zu setzen, ist ein wahrer Energie Booster

Wenn du keine gesunden Grenzen setzt, verflüchtigt sich deine ganze Energie. Sie fließt ab, ohne das etwas zu dir zurückfließt. Ohne gesunde Grenzen erschöpfst du dich selbst und kennst den eigentlichen Grund für deine Erschöpfung nicht.

Was bedeutet „gesund“ im Zusammenhang mit Grenzen? Aus meiner Sicht dürfen sie nicht zu strikt, aber auch nicht löchrig sein. Am besten ist es, wenn Grenzen klar, aber dennoch durchlässig sind. Ich vergleich das gerne mit einem Gartenzaun, der ein Grundstück exakt abgrenzt und dennoch Raum bietet, um in den Garten zu gelangen. Entscheidend ist allein, ob der Eigentümer des Zauns das Gartentor öffnet, um Gäste einzuladen oder ob es verschlossen bleibt.

Grenzen setzen macht klar, was okay und was nicht okay ist, und warum.

Brene Brown

#2 Abgrenzung hat nichts mit Trennung zu tun

Ganz im Gegenteil. Durch Grenzen kommen wir in Kontakt miteinander. Wir lernen aneinander, wir wachsen aneinander, beginnen uns zu respektieren und wertzuschätzen.

In diesem Zusammenhang denke ich oft an die Teenager-Zeit meiner Töchter zurück, in der sie intensiv gegen Regeln und Grenzen rebellierten. Wir diskutierten über unterschiedliche Standpunkte, stritten, verhandelten Zugeständnisse und feierten auf beiden Seiten jeden winzigen Erfolg. Dadurch kamen wir immer wieder in Verbindung, intensivierten unsere Kommunikation und wuchsen an unserer Beziehungen zueinander.

Grenzen sind nicht da, um abzugrenzen, sondern um anzugrenzen.

Monika Kühn-Görg

# 3 Ohne Kraftaufwand Grenzen zu setzen, ist möglich

Wenn du in einer guten Verbindung mit dir selbst bist, spürst du deine Grenzen bevor dein Nervensystem angespannt oder dein Energielevel im Keller ist. Dein Körper ist ein idealer Partner beim Grenzen setzen.

Die Haut ist Inbegriff einer Grenzfläche, denn sie steht zwischen unserem menschlichen Körper und der Welt – ist gleichzeitig Grenze und Begrenzung. Als unser größtes Sinnesorgan verfügt sie über eine Reihe von verschiedenen Nervenenden, mit denen sie Druck-, Berührungs-, Temperatur- und Schmerzreize aufnimmt und so in Kontakt mit der Außenwelt tritt.

Wenn wir uns selbst und unsere Grenzen physische gut spüren, können wir sie mit Gestik, Mimik oder energetischen Abgrenzungsübungen verkörpern. Dafür brauchen wir eine trainierte Körperwahr- und geschulte Selbstwahrnehmung. Wunderbare Tools dafür sind zum Beispiel Yoga oder Bewegungsmeditationen.

Viele Übungen und Inspirationen für mehr Energie in deinem Leben findest du auch in meinem kostenlosen Kraftpaket: Energiebooster – Nicola Krug

# 4 Grenzen setzen ist wahre Selbstliebe

Unter allen Beziehungen ist die, die wir mit uns selbst haben, die Wichtigste. Wie wir uns selbst behandeln und respektieren hat viel damit zu tun, wie andere uns behandeln. Sobald wir uns mehr um uns selbst kümmern, unsere Bedürfnisse annehmen und einfordern, werden unsere Beziehungen und wir selbst authentischer.

Lieben und beschützen wir uns, schaffen wir ein harmonisches Umfeld, in dem wir frei von Sorgen sind und ehrlich zu uns selbst sowie zu anderen sein können. Der beste Weg, gute Beziehungen zu pflegen, ist, wir selbst zu sein, zu wissen, was wir wollen und das auch auszudrücken. Da kommen wir um das Setzen von Grenzen nicht herum. Wenn wir uns aber durchringen können, unsere Grenzen liebevoll zu setzen, bekommen wir viele Geschenke retour. Wir lernen uns selbst besser kennen, treffen unsere Entscheidungen einfacher, setzen uns leichter durch, haben bessere Laune und Lebensqualität. Allein dafür lohnt es sich!

Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen, tun es andere auch nicht.

Marshall B. Rosenberg

# 5 Grenzen setzen und deinen Platz einnehmen

Indem wir lernen, klare Grenzen zu setzen, schaffen wir immer mehr Raum für uns. Einen Raum, in dem wir uns erforschen und wachsen können. Wo wir unsere wahre Natur entfalten und entdecken können, wer wir wirklich sind. Einen Raum, in dem wir erkennen, was der Sinn unseres Lebens, unsere Aufgabe hier auf Erden ist. Wenn wir das erkannt haben, wird es immer natürlicher und einfacher, unsere Grenzen zu setzen.

In meinen Schwangerschaften war es für mich selbstverständlich gut für mich selbst zu sorgen, auf meine Gesundheit zu achten und meine Grenzen zu setzen. Ich wollte das Baby in mir um jeden Preis schützen.

Genauso ist es mit unseren „geistigen Babies“, unseren Projekten und Visionen. Sie sind für uns so wertvoll und wichtig, dass wir sie um jeden Preis schützen wollen. Wenn wir einen inneren Ruf spüren, der tief aus unserem Herzen kommt, dann tun wir alles, um diesem zu folgen. Wir finden unseren Platz und nehmen uns ganz selbstverständlich den Raum, den wir brauchen, um unserer Berufung zu folgen. Das passiert automatisch, wie von selbst.

Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und wirklich erfolgreichen Menschen ist, dass wirklich erfolgreiche Menschen zu den meisten Dingen NEIN sagen.

Warren Buffet

Am Anfang habe ich all meinen Mut gebraucht, um meine Grenzen zu kommunizieren. Aber mit jedem kleinen Schritt, bin ich sicherer geworden, habe stückweise gelernt, meine Abgrenzungsfähigkeit zu entwickeln. Und ich weiß, dass du das auch kannst.

Weil du mit gezielter Anleitung und Unterstützung rascher zum Ziel kommst, es in der Gruppe leichter geht und viel mehr Spaß macht, habe ich einen 4-wöchigen Onlinekurs entwickelt. Alle Informationen dazu findest du unter diesem Link: Mut zum NEIN – JA zu dir! – Onlinekurs – Nicola Krug 

Gemeinsam stellen sich die Erfolge schnell ein und du wirst bald wieder mehr Energie und Leichtigkeit in deinem Leben verspüren.

 

Fotocredit Beitragsbild: pixabay.com (https://pixabay.com/de/users/antranias-50356/)

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